
Die Stadt ist mehr als Kulisse. Sie lenkt Bewegungen und Begegnungen, trennt Menschen oder führt sie zusammen und gibt dem Alltag seinen Rythmus vor. Im Kino wird sie deshalb nicht bloß abgebildet. Durch Montage, Kadrierung, Licht und Klang entsteht sie immer wieder neu, als Schauplatz von Geschichten, als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und mitunter als deren eigentliche Hauptfigur.
Die Geschichte des Kinos ist eng mit der Geschichte der modernen Stadt verbunden. Beide leben von Bewegung, Verdichtung und Wandel, von Strömen aus Menschen, Bildern und Blicken, von unerwarteten Begegnungen und flüchtigen Momenten. Straßen, Wohnungen, Plätze und Verkehrsräume werden zu erzählerischen Landschaften, in die sich soziale Beziehungen, politische Konflikte und persönliche Erinnerungen einschreiben.
Kino über der Stadt versammelt Filme, in denen urbane Räume Erzählweise und Ästhetik entscheidend prägen. Zwischen Stadtsinfonie und Genrekino, Dokument und Fiktion zeigen sie die Metropole als Ort von Nähe und Entfremdung, Gemeinschaft und Isolation, Erinnerung und Veränderung. Zugleich stellen sie die Frage, wie Städte unser Leben formen und wie das Kino unsere Wahrnehmung dieser Räume verändert.