
Berlin erwacht aus dem Schlaf und wird zur Legende. 1927, fünf Jahre vor dem Ende der Weimarer Republik: Eine Stadt vor ihrem Untergang. Ein Kaleidoskop von Eindrücken, die ein lebendiges Bild der Viermillionen-Metropole vermitteln: von der ersten Morgendämmerung, wenn die ersten Pendlerzüge einlaufen bis in die späte Nacht, wenn sich die Lichtreklamen der Kinos und Tanzpaläste auf dem regennassen Asphalt spiegeln. Hektik und Beschaulichkeit, Armut und Reichtum, Angestellte, Flaneure, und immer wieder Busse, Straßenbahnen, Lastwagen, U-Bahnen, Züge, Autos, Fahrräder, Fußgängerströme als Pulsgeber des groß-städtischen Rhythmus: Walter Ruttmanns Klassiker ist eine faszinierende Zeitreise in das Berlin vor 100 Jahren und ein Pionierwerk des dokumentarischen Films. Ruttmann konstruierte den Film um sorgfältig arrangierte Bewegungsabläufe nach einer sinfonischen Form, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht.
Leihgabe der Filmkopie mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Deutsche Kinemathek.