
Ein einsamer Highway bei Nacht, eine Anhalterin im Trenchcoat, entflohen aus einer Nervenheilanstalt, und ein Privatdetektiv, der sie mitnimmt, ohne zu ahnen, worauf er sich einlässt: Robert Aldrichs KISS ME DEADLY schickt Mike Hammer, Mickey Spillanes hartgesottenen Ermittler, auf eine Jagd durch die Unterwelt von Los Angeles, bei der Gangster, Geheimdienste und ein rätselhaftes Etwas aufeinandertreffen, dessen Ausmaß sich erst am Schluss offenbart.
Aldrich drehte 1955 mitten im Kalten Krieg einen der radikalsten Filme des klassischen Noir – schnell, paranoid, von Gewalt und gesellschaftlicher Zerrissenheit erzählend, wie Hollywood sie zuvor kaum gezeigt hatte, und wurde zu einem der einflussreichsten Genrefilme überhaupt, dessen Spuren sich von der Nouvelle Vague bis zu Tarantino verfolgen lassen. Sein eigentlicher Hauptdarsteller aber ist Los Angeles selbst: endlose Straßen, verlorene Hügel, nächtliche Autofahrten durch eine Stadt, die keine Kulisse bleibt, sondern zum Labyrinth wird, das Hammer immer tiefer hineinzieht.
Leihgabe der Filmkopie mit freundlicher Unterstützung des KAVI - National Audiovisual Institute.