
Im Rahmen des Seminars „Susan Sontag. Sehen und gesehen werden”, das sich mit Sontags Überlegungen zu Sichtbarkeit, Selbstinszenierung und Repräsentation befasst, zeigen wir Sontags Debütfilm Duett för kannibaler (1969) und laden danach zur offenen Diskussion ein.
Auf Einladung der Professur für Kunstwissenschaft & Medientheorie (Matthias Bruhn) übernimmt Dr. Kristina Jaspers, Kuratorin an der Deutsche Kinemathek in Berlin und im Jahr 2025 verantwortlich für eine Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn zum Werk Susan Sontags, im Sommersemester 2026 einen Lehrauftrag an der HfG Karlsruhe, der sich mit ihrer Beziehung zum Kino befasst.
Das Seminar geht auf die gleichnamige Ausstellung zurück, die Jaspers 2025 für die Bundeskunsthalle Bonn kuratierte und die ab Juni 2026 im Schwulen Museum Berlin zu sehen sein wird.
Mit Duett för kannibaler gab Susan Sontag ihr Regiedebüt. Die leidenschaftliche Cineastin erhielt in Schweden weitgehende künstlerische Freiheit. Gedreht wurde auf Schwedisch, einer Sprache, die sie selbst nicht sprach: Ein Jahr zuvor hatte sie bereits notiert: „Film über Sprache drehen – jede Person im Film spricht ihre eigene Sprache.“ Musikalisch rahmen Motive aus Richard Wagners Tristan und Isolde das Geschehen und markieren mögliche Momente von Verschmelzung und Selbstverlust. Für Sontag ermöglichte die Filmpraxis eine deutliche Erweiterung auch ihres filmtheoretischen Denkens.