Blauer Salon
Sommersemester 2026
Duett för kannibaler

Susan Sontag – Ein Filmabend mit Gespräch

Zu Gast: Dr. Kristina Jaspers

Duett für Kannibalen

Regie: Susan Sontag | Schweden 1969 | 105 min | DCP | Originalfassung mit englischen Untertiteln | mit Lars Ekborg, Gösta Ekman, Adriana Asti

Zwei Paare in einem abgelegenen Haus bei Stockholm, unter ihnen ein intellektueller Strippenzieher und Manipulator: Was als sommerliches Arrangement beginnt, entwickelt sich zu einem präzise komponierten Spiel aus Verführung, Abhängigkeit und Rollentausch. Zwischen kühler Analyse und ironischer Brechung bleibt offen, ob es sich um ein Drama oder eine schwarze Komödie handelt. Mit Duett för kannibalen (1969) gab Susan Sontag ihr Regiedebüt. Die leidenschaftliche Cineastin erhielt in Schweden weitgehende künstlerische Freiheit. Gedreht wurde auf Schwedisch, einer Sprache, die sie selbst nicht sprach: Ein Jahr zuvor hatte sie bereits notiert: „Film über Sprache drehen – jede Person im Film spricht ihre eigene Sprache.“ Musikalisch rahmen Motive aus Richard Wagners Tristan und Isolde das Geschehen und markieren mögliche Momente von Verschmelzung und Selbstverlust. Für Sontag ermöglichte die Filmpraxis eine deutliche Erweiterung auch ihres filmtheoretischen Denkens.


Auf Einladung der Professur für Kunstwissenschaft & Medientheorie (Matthias Bruhn) übernimmt Dr. Kristina Jaspers, Kuratorin an der Deutsche Kinemathek in Berlin und im Jahr 2025 verantwortlich für eine Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn zum Werk Susan Sontags, im Sommersemester 2026 einen Lehrauftrag an der HfG Karlsruhe, der sich mit ihrer Beziehung zum Kino befasst.

Im Rahmen des Seminars wird Susan Sontags Debütfilm „Duett för kannibaler“ (1969) vorgeführt, mit einer Einführung von Kristina Jaspers. Die Veranstaltung ist öffentlich und lädt im Anschluss zur gemeinsamen Diskussion ein.