
Weihnachten 2008 Jahren: Bei der Kult-Ausstellung “Oh Tannenbaum” gab es Weihnachtsbäume ohne Ende, Kuratorium dafür keins: Was abgeliefert wurde, wurde auch ausgestellt, Hauptsache Tannenbaum. Oh du Fröhliche.
Seit 2004 gab es die kultige Weihnachtsausstellung. Ursprünglich als interner Gag gestartet, entwickelte sich das studentische Projekt über die Jahre zum überregionalen Kunst-Schlager. Eine Woche lang (die Woche vor Weihnachten) durfte jeder und jede ausstellen, egal ob Professor*in, Studierende oder Mitarbeitende. 2013 wars dann vorbei mit dem Tannenbaum. Ganz schöne Sache finden wir, könnte man mal wieder drüber nachdenken.

Über einem Feld taucht ein Wal auf und spricht zu einem jungen Mann: Bald ist es aus mit der Menschheit und er solle die Botschaft bitte unters Volk bringen. Gut, dass es Youtube gibt! Wenn da nicht die Besserwisser mit besserer Auflösung und besserem Mikro wären und mal wieder alles besser wissen…
Bei diesem Film handelt es sich um Finns Erstlingswerk – er war 20 Jahre alt. Entstanden im 16mm-Seminar von Razvan Radulescu, analog und digital gefilmt, wild gemixt, krasse Grafiken, ein großartiger Alexander Thelen in Bestform und in einer Paraderolle als Youtube-Prediger. Dazu noch Morphing-Effekte, echte Hunde, falsche Wale, ein verpeilter Mitbewohner, Sonnenbrillen, knallharte Action, und ein wenig Gesellschaftskritik. Trash-Kino-Herz was willst du mehr? Daumen hoch!

Liebevolles Porträt und intimer Tagebucheintrag. Ein sich behutsam vortastender Film über die eigenen Erinnerungen, die Kindheit und die Konfrontation mit dem Tod als einem unvorhergesehenen Mitgestalter in Sachen Planungssicherheit.
Ein Seminar über Tagebuch-Filme von Serpil Turhan behandelt ein intimes Sujet und ist der Anfang von vielen sehr persönlichen Filmen von HfG-Studierenden. Verarbeitendes Potential entfaltet sich auch in diesem Beispiel der HfG Tagebuch-Filme von 2020 von Rebekka Scheib. Wir werden mit hineingezogen in einen Strudel aus Erinnerungen, in Kindertage, in Einsichten, die uns das Leben zuschiebt, oder wir uns selbst – im Erinnern.

Für diejenigen die sich fragen, ob die HfG wirklich eine Kunsthochschule ist, und wie man eine solche erkennen kann, ist hier ein Film, der eine echte Kunstakademie porträtiert, mit echtem Dreck, Farbe, Rauchen und alles was sonst noch dazu gehört!
Jonas Rehren, seines Zeichens “Aka”-Student, verbrachte einige Jahre seiner Studiums im Gestaltungs-Excil an der HfG um Film zu studieren. Für einen 16mm-Kurs bei Răzvan Rădulescu kehrte er an die Akademie zurück, um dort drei Kommiliton*innen bei ihrer Arbeit zu porträtieren. In stillen Beobachtungen sehen wir, wie sehr verschiedene Materialien verarbeitet werden. Wir möchten Jonas an dieser Stelle für seinen Beitrag zur besseren Zusammenarbeit und Verständigung zwischen den Karlsruher Kunsthochschulen danken.

Geniales Musikvideo zu Rainer von Vielens Song Kein Zurück.
Eine Bilderrätselsammlung die in hoher Geschwindigkeit da über einen hinweg rast – eigentlich müsste man ständig das Video stoppen um all die Rätsel würdigen zu können.

Mascha Dilgers Ono No Kochami ist eine filmische Annäherung an das gleichnamige Gedicht von Clara Sondermann. Das zeitgenössische Gedicht handelt von Beziehungen und Familie und deren Vergänglichkeit und ist gleichzeitig eine Hommage an die alte japanische Dichterin Ono No Komachi, die um 830 n. Chr. in der Heian-Ära als Hofdichterin lebte und arbeitete. Der Film entstand ebenfalls für Stephan Krass’ Poetry Film Seminar.

Max Lange als sympatischer Dr. Braunhardt Werner, Sprecher eines unzeitgemäßen Werbefilmes zum Vertrieb einer Kälteschlafwanne. Damit kann man nun endlich 1000 Jahre leben und in den Weltenraum starten!
Wir schätzen jede Art von Trash! Warum, das ist eine Frage, die hier nicht behandelt werden kann. Alleine aus egalitären Gründen ist die Nennung hier ein Anliegen. Max Langes Film ist als Teil seines Diplomprojektes, dem Hörstück “Die Sternensaat” in Kontext zu setzen, in dem unterschiedliche Formen utopischer Heilsversprechen des 19. und 20. Jahrhunderts aufeinandertreffen, mit Betonung des Motivs des Weltenraumes. Hier nun nochmal in Form eines fiktiven Werbevideos und Trailer.

Antarktis. Drei Figuren haben ein Nashorn erlegt und verladen es auf ihr Schiff. Das Schiff ist zu schwer und bricht im Eis ein. Ein Römer kommt vorbei. Ein Flugzeug setzt zum Sturzflug an. Die Spannung ist kaum auszuhalten…
In nur zwei Minuten spannt Jules Wüest einen Spannungsbogen, der mit jedem Hitchcock-Thriller mithalten kann. Ein klassischer Zeichen-Trick-Film der alten Schule- einzelne Zeichnungen kommen am Trick-Tisch zusammen und bekommen Leben eingehaucht. Was letztendlich die Message des Filmes sein soll bleibt unklar. Und ob es einen Teil II gibt auch…

Eine verzweifelte junge Frau in der Fotokabine verhunzt ein Bild nach dem anderen.
Schauen Sie auf das kleine Vögelchen von Anna Kalus setzt sich auf absurd-komische Weise in immer neuen Spielformen mit seinem eigenen Herstellungsprozess auseinander. Die Montage hebt sich in der Demontage ihrer Idee wieder auf.

Ein einmaliges Zeitdokument – der Trailer für die Filme der Jahresaustellung der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe 2013! Eine Liste bekannter und unbekannterer Namen und ein Hubschrauber – mehr braucht ein guter Trailer nicht!
Das Filmforum traf sich regelmäßig im Blauen Salon um sich dort gegenseitig eigene Filme vorzustellen – Film als Treffpunkt, als Gelegenheit des Austauschs und des Miteinanders. Dieser Trailer zeugt noch davon, allerdings – ganz vorbei ist es nicht, im März 2021 gab es das Film.Forum-Festival, in dem noch einmal vier Filme aus vergangenen Zeiten präsentiert und besprochen wurden, und 2022 wird es zum 30. Geburtstag der Hochschule eine weitere Ausgabe geben – wir können also gespannt bleiben!

Sonntags in der Kirche wird das Abendmahl verteilt, wird Orgel gespielt, wird gesungen. Klassische Heise-Beobachtung.
Seit 2009 entstanden an der HfG die sogenannten „Beobachtungen“. Professor Thomas Heise führte diese Übung ein, bei der zwei formale Vorgaben die Filme prägten: Jeder und jede bekam eine Rolle 16mm-Film (ca. 11 Minuten) zugewiesen und musste etwas beobachten. Es wurde kein Ton aufgenommen und die Filme wurden per Hand im Chemie-Eimer entwickelt. Dieser Film kommt aus der dritten Beobachtungsreihe.

Hier ein sehr erfolgreiches Musikvideo der HfG Geschichte. Rotationsschaltung auf VIVA, MTV, etc. Laut Urteil der HfG Professorenschaft wird hier die Branche mit ihren eigenen Mitteln bekämpft. Konsumkritik als Trojaner mit Sixpack – funktioniert aber erstaunlich gut…
Wie macht man jemandem klar, dass das was er guckt Bullshit ist? Laut Urteil unserer Herren Proffesoren werden wir hier Zeug*innen einer Gesellschaftskritik, bei der die Industrie mit ihren eigenen Waffen geschlagen wird. Oder aber war hier eine Produktion erfolgreich, weil sie das zeigt, was wir alle sehen wollen, wenn wir MTV gucken. Gespenstisch kontrastreiche Behauptungen - die Wahrheit liegt vermutlich wie immer irgendwo in der Mitte.

Der Poet, auf dem höchsten Wipfel sitzend, sinniert über das Nicht-Vollbrachte des Tages an einem 27. September…
HfG-Alumnus David Loscher rezitiert in einem Baum sitzend das Gedicht Der schöne 27. September von Thomas Brasch. In einer 4-minütigen einzigen langen Einstellung kristallisiert sich aus den astigen Silhouetten eine Person, der Künstler, heraus, er schaut durch die Wipfel in den kühlen Karlsruher Abend, er trägt sein Gedicht vor, und steigt zurück auf die Erde.

In dieser Kameraübung ensteht ein Portrait des Südausgangs der Karlsruher Hauptbahnhof. Umso wertvoller fast 20 Jahre später, wo man dort nur noch die Glasfasaden von 1&1 beobachten kann.
Ein kleines Stück Stadtgeschichte: in Eva Hartmanns Beobachtung Südausgang Hauptbahnhof sehen wir den heute völlig zugebauten Hinterausgang des Karlsruher Hauptbahnhofs und verfolgen die Straßenkehrer am alten Busbahnhof. Der Film war Teil einer Kameraübung mit Kamerafrau Jutta Tränkle, die von Thomas Heise eingeladen wurde. Alle Filme wurden damals in Farbe und in 16mm gedreht, der Ton wurde in einem Vertonungs-Seminar hinzugefügt.

In Constantin Nestors Beobachtung wird gefärbt und geschnitten was das Zeug hält. Waschen, legen – und hoffentlich gefällts am Ende.
Seit 2009 entstanden an der HfG die sogenannten „Beobachtungen“. Professor Thomas Heise führte diese Übung ein, bei der zwei formale Vorgaben die Filme prägten: Jeder und jede bekam eine Rolle 16mm-Film (ca. 11 Minuten) zugewiesen und musste etwas beobachten. Es wurde kein Ton aufgenommen und die Filme wurden per Hand im Chemie-Eimer entwickelt. Dieser Film kommt aus der dritten Beobachtungsreihe.

Ein Mann sitzt an einer langen Tafel und wartet. Auf was, das wüssten wir gerne. Doch es bahnt sich etwas an. Da kommt etwas auf ihn zu, es kommt immer näher, es kichert und quietscht, wackelt, es werden immer mehr, sie biegen um die Ecke, reißen Passanten mit sich und dann: “FLATSCH” ! Gefunden wurde es auf der DVD “HfG Trash Filme” und wurde unserer redaktionellen Meinung nach völlig zurecht in diese Sammlung aufgenommen.

Verlorenes und wiedergefundenes Super-8-Material vom World Trade Center. Eine behutsame Annäherung in der Aneignung.
Eva Teppes Ohne Titel ist erschienen auf der DVD-Reihe “HfG-Filme 2001-2003”, herausgegeben von Didi Danquart und Boris Michalski. Zusätzlich zu den gesammelten Filmen gab es dort zu jedem der Filme noch ein kurzes Gespräch zwischen Boris Michalski, Didi Danquart, Bernd Schoch und Nico Hain (damalige Studenten). Bei Wein und Kerzenschein. Ein Format, das unbedingt wieder aufgenommen werden muss!

Ein Audiovisuelles Erlebnis – eigentlich ein Hörstück. Ein Poetryfilm ohne Gedicht – geht das?
Was ist poetisch? Was ist Poesie? – Eine Frage, die während der Auseinandersetzung und der Arbeit am Film für Hendrick Vogel eine wichtige Rolle spielte. Muss es ein Gedicht sein? Welche Bilder sind poetisch? Im vorliegenden Film Lyrics diente als poetisches Element ein Filmzitat aus dem Film Gespenster, entdeckt in der Musik eines schweizer Künstlers (Kalabrese – Cityblues).

Eine Person erfährt Veränderungen in ihrer Umgebung, die Teil einer alternativen Realität werden.
Kurz und Knackig ist der beschreibende Text, genau wie das Video. Wie immer in der Kategorie Poetry-Film liegt auch diesem Film ein Gedicht zu Grunde: “Translation” von Conor O’Callaghan. Zum anderen liegt dem Film zugrunde, dass Valentin Pfister coole Videos machen kann und zwei seiner Freunde (Grischa Erbe, Lukas Hager) nicht weniger coole Musik machen können. Das zusammen ergibt dann einen, wie wir finden, sehr coolen Poetry-Film oder ein cooles Video.

Till zeigt uns was er bei seinem Praktikum bei der Tagesschau so alles getan hat: die Sportnachrichten anmoderiert! Nur einen Satz, da kann ja zum Glück nicht so viel schief gehen… War schon mal sehr schlecht, ja.
Man kann diesen Film nicht wirklich erklären, man kann ihn deuten, man kann ihn als Fan von Till Gombert (wie wir es von der Redaktion sind) genießen, man kann die Augen verdrehen. Und genau darin liegt die Stärke dieser kleinen Exkursion: Sie bringt uns alle zusammen in unserer Kraft hinzunehmen. Aber mal im Ernst: Es ist doch einfach wirklich witzig!