
Polly ist Anfang dreißig, aber weit davon entfernt erwachsen zu sein. Sie verbringt ihre Tage damit, durch Toronto zu schlendern und zu fotografieren. Während sie ihre Fotos entwickelt, driftet sie davon in die schwarz-weissen Welten hinein. Hier kann sie fliegend, auf dem Wasser wandeln oder dem Gesang der Meerjungfrauen lauschen. Obwohl ihre Kurzarbeiter-Agentur davor warnt, Polly einzustellen, nimmt sich die Kuratorin Gabriele ihrer an.In ihrer Galerie fängt Polly an, sich Gedanken zu machen, darüber, was es heißt, etwas zu erschaffen und ob sie sich womöglich in ihre Chefin verliebt hat. “Ich habe mir selbst den Mut gegeben, mit diesem Film die Künstlerin zu sein, die ich sein wollte. Ich habe versucht, Autoritäten zu unterwandern oder den Zuschauer und mich selbst davon zu überzeugen, dass wenn du hart arbeitest und ehrliche Intentionen hast, du es verdienst zu machen, was du machen möchtest. Deine Stimme zählt genauso viel wie jede andere”, sagt Patricia Rozema. Wie auch in ihrem preisgekrönten Debüt hat sie es wiederholt geschafft, sich tiefgründigen und düsteren Themen mit Humor und einer gewissen Naivität anzunähern. In einem homophoben Umfeld aufgewachsen, ist es für sie wichtig, queere Perspektiven ins Kino zu bringen. Da sie sich in den fast vier Jahrzehnten des Filmemachens immer wieder neu erfindet, bleibt es schwer, sie in eine Schublade zu stecken.
