Blauer Salon
Sommersemester 2026
I've Heard the Mermaids Singing

I've Heard the Mermaids Singing

Regie: Patricia Rozema | Kanada 1987 | 81 min | 35mm | Originalfassung mit deutschen Untertiteln | mit Sheila McCarthy, Paule Baillargeon, Ann-Marie MacDonald

Polly ist Anfang dreißig, aber weit davon entfernt, erwachsen zu sein. Sie verbringt ihre Tage damit, durch Toronto zu schlendern und zu fotografieren. Während sie im Badezimmer ihre Fotos entwickelt, entschwindet sie in die schwarz-weißen Welten. Hier kann sie schwebend auf dem Wasser wandeln oder dem Gesang der Meerjungfrauen lauschen. Obwohl das Zeitarbeitsunternehmen davor warnt, Polly einzustellen, nimmt sich die Kuratorin Gabrielle ihrer an. In ihrer Galerie fängt Polly an, sich Gedanken zu machen, darüber, was es heißt, etwas zu erschaffen, und ob sie sich womöglich in ihre Chefin verliebt hat.

In ihrem preisgekrönten Debüt hat Patricia Rozema es geschafft, sich tiefgründigen und düsteren Themen mit Humor und einer gewissen Naivität anzunähern. In einem homophoben Umfeld aufgewachsen, ist es für sie wichtig, queere Perspektiven ins Kino zu bringen. Da sie sich in den fast vier Jahrzehnten ihres Schaffens immer wieder neu erfunden hat, bleibt es schwer, sie in eine Schublade zu stecken.

Filmkopie aus der Sammlung des Kino im Blauen Salon (HfG KA)Logo KIBS Schwarz Transparent


Vorfilm: Ono No Kochami

Regie: Mascha Dilger | Deutschland 2020 | 3 min | HD Video | Deutsche Originalfassung englischen Untertiteln

Mascha Dilgers Ono No Kochami ist eine filmische Annäherung an das gleichnamige Gedicht von Clara Sondermann. Das zeitgenössische Gedicht handelt von Beziehungen und Familie und deren Vergänglichkeit und ist gleichzeitig eine Hommage an die alte japanische Dichterin Ono No Komachi, die um 830 n. Chr. in der Heian-Ära als Hofdichterin lebte und arbeitete. Der Film entstand ebenfalls für Stephan Krass’ Poetry Film Seminar.

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NACH DEM HAUPTFILM:

KLARA’S TAPES

Regie: Donart Zymberi | Tschechische Republik 2025 | 15 min | DCP | Ohne Dialog | mit Mia Allis Agro

„Klara’s Tapes“ ist ein psychologischer Kurzfilm über Besessenheit, Überwachung und das Streben nach Kontrolle nach einem traumatischen Erlebnis. Nachdem Klara eine Reihe anonymer VHS-Kassetten erhalten hat, die ihr tägliches Leben aus der Ferne dokumentieren, gerät sie in einen Kreislauf in dem sie Momente der Intimität, der Verletzung und der Verwirrung immer wieder durchlebt. Während sie diese Szenen immer wieder abspielt, beginnt die Grenze zwischen Kontrolle und Verletzlichkeit zu verschwimmen. Ist sie Opfer, Akteurin – oder beides? Klara’s Tapes spielt im heutigen Prag und wird durch eine Mischung aus roher VHS-Ästhetik und zeitgenössischen Bildern erzählt. Der Film beschäftigt sich mit Voyeurismus, Einsamkeit und dem beunruhigenden Trost, den das Beobachtetwerden mit sich bringt.