
Ghost Dog lebt über der Welt – in einer selbstgebauten Hütte neben einem Taubenschlag auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes. Er ist ein professioneller Killer und durchwandert, lautlos und ungesehen, die Stadt – wird eins mit der Nacht. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenskodex der japanischen Kriegerkaste – der Samurai. Als sein Leben auf dramatische Weise von einer zerrütteten Mafiafamilie bedroht wird, die gelegentlich seine Dienste in Anspruch nimmt, reagiert er streng nach dem Kodex – dem Weg des Samurai ...

Almodóvar erzählt die Geschichte von zwei verhinderten Lieben und scheut dabei nicht die Auseinandersetzung mit brisanten moralischen Themen. Wie bei dem spanischen Regisseur üblich, stehen auch hier die Frauen im Mittelpunkt der Handlung. Und dennoch ist es eine Männerfreundschaft, die daraus entspringt.

Westberlin 1978. Ein Haufen gelangweilter Aussteiger verübt aus Protest eine Reihe von Anschlägen. Was die Möchtegern-Terroristen nicht ahnen: Sie werden manipuliert. Ein internationaler Computerkonzern nutzt ihre Aktionen geschickt für seine eigenen Zwecke. Der Staat soll gezwungen werden, neue Fahndungscomputer zu kaufen. Regisseur Rainer Werner Fassbinder inszenierte mit einer hervorragenden Besetzung diesen Film, der die Absatzstrategien international operierender Konzerne und die Unmenschlichkeit von Überwachungsstaaten anprangert.

Ricky wird aus der Psychiatrie entlassen und will eine Familie gründen. Doch seine Erwählte, die frühere Erotikdarstellerin Marina, beachtet den infantilen jungen Mann nicht. Kurz entschlossen überfällt er sie in ihrer Wohnung, um sie dort so lange festzuhalten, bis sie sich in ihn verliebt. Marina ist zu Tode erschrocken über den Verrückten, der sie knebelt und ans Bett fesselt. Wider Erwarten erkennt sie in ihrem Peiniger jedoch einen sensiblen Mann, der sie aufrichtig liebt. Als Marina endlich mithilfe ihrer Schwester die Flucht gelingt, hat Ricky längst ihr Herz erobert.

ZENDEGI VA DIGAR HICH ist eine berührende Reise durch das ländliche Iran nach dem verheerenden Beben von 1990. Ein Regisseur und sein Sohn fahren durch zerstörte Dörfer, um Schauspieler seines letzten Films aufzusuchen. Dabei begegnen sie Überlebenden, die trotz des Unglücks ihr Leben fortsetzen. International preisgekrönt, verbindet Kiarostami Dokumentar- und Spielfilmelemente zu einer bewegenden Meditation über Widerstandskraft und den unaufhaltsamen Fluss des Lebens. Minimalistische Erzählweisen, langsame Kamerafahrten und natürliches Licht verbinden Filmpoetik mit Realitätsnähe durch improvisierte Dialoge und Amateurschauspiel und erfassen so die menschliche Fähigkeit, sich von der Katastrophe erholen und weitermachen zu können.

Die Bewohner eines Erziehungsheimes in einer abgelegenen kargen Provinz planen einen Ausflug. Aus disziplinarischen Gründen dürfen einige der kleinwüchsigen Insassen nicht teilnehmen. Die Zurückgelassenen nutzen die Abwesenheit des Direktors und der meisten seiner Zöglinge zum Ausbruch aus der gewohnten Ordnung. Ohne angreifbaren Gegner von außen, reagieren die Zwerge mit blinder Wut und ziellosen Vernichtungsaktionen. Der Aufsicht führende Erzieher nimmt einen der Rädelsführer in Gewahrsam und verschanzt sich auf dem Gelände. Als die Aggression der Aufrührer auch untereinander zunimmt und sinnlose Aktionen im Kreis laufen, bricht die Revolte schließlich zusammen. Der Film schildert den eigenwilligen Ausbruchsversuch aus den Hierarchien und Konventionen der umgebenden Ordnung. Mit irritierenden, oft surrealistischen Bildfolgen lässt Werner Herzog konventionelle Erzähldramaturgien hinter sich und strebt nach Grenzüberschreitung.

Mitten im öffentlichen Festgeschehen wachsen sie in die Höhe: die „Castells“ der katalanischen Castellers – Menschentürme, gebaut aus Körpern und Vertrauen. Das Scheitern ist stets mitgedacht. Eva Teppe greift für Die Welt ist alles, was der Fall ist auf TV-Material zurück und verlangsamt den Sturz radikal. Der Titel zitiert Ludwig Wittgenstein. Aus dokumentarischer Aktion wird ein abstrakter Sog aus Farbe und Nähe. Ein Film über das Fallen – und darüber, was im Bild überhaupt der Fall ist.

Polly ist Anfang dreißig, aber weit davon entfernt, erwachsen zu sein. Sie verbringt ihre Tage damit, durch Toronto zu schlendern und zu fotografieren. Während sie im Badezimmer ihre Fotos entwickelt, entschwindet sie in die schwarz-weißen Welten. Hier kann sie schwebend auf dem Wasser wandeln oder dem Gesang der Meerjungfrauen lauschen. Obwohl das Zeitarbeitsunternehmen davor warnt, Polly einzustellen, nimmt sich die Kuratorin Gabrielle ihrer an. In ihrer Galerie fängt Polly an, sich Gedanken zu machen, darüber, was es heißt, etwas zu erschaffen, und ob sie sich womöglich in ihre Chefin verliebt hat.
In ihrem preisgekrönten Debüt hat Patricia Rozema es geschafft, sich tiefgründigen und düsteren Themen mit Humor und einer gewissen Naivität anzunähern. In einem homophoben Umfeld aufgewachsen, ist es für sie wichtig, queere Perspektiven ins Kino zu bringen. Da sie sich in den fast vier Jahrzehnten ihres Schaffens immer wieder neu erfunden hat, bleibt es schwer, sie in eine Schublade zu stecken.

Während das Leben im überfüllten und und hektischen Manhatten pulsiert, herrschen in New Yorks Lower East Side, nur wenige Blocks entfernt, beklemmende Leere und Stille. Permanent Vacation verfolgt innerhalb zweieinhalb Tagen das Leben des Protagonisten Aloysious Parker, einem jungen Menschen ohne Zuhause, Ausbildung oder Arbeit. Er streift rastlos durch die Straßen, immer ein wenig dem voraus, was ihn zu verfolgen scheint. Allie, der zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt ist, begegnete und lebte trotz seiner jungen Jahre bereits mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Wir werden Teil der Geschichten von Figuren, die wie er aus der normativen Gesellschaft herausfallen.
Aus der äußerst lebendigen New Yorker Postpunkszene Ende der Siebzigerjahre heraus zeichnet Jim Jarmusch in seinem lyrischen Filmdebüt das flüchtige Coming-of-Age-Lebensgefühl einer jungen Generation nach – verkörpert von dem ebenso sensiblen wie selbstverliebten, in richtungsloser Dauerbewegung befindlichen Hauptdarsteller Chris Parker. Ein von leiser Wehmut durchzogener, traumwandlerisch inszenierter Film.

"Am liebsten würde ich das ganze Kino mit dieser Schweinerei in die Luft fliegen lassen!" Finstere Drohungen wie diese waren im Frühjahr 1969 in den Leserbriefspalten der Landshuter Zeitung zuhauf zu lesen. Den Grund dafür lieferte Peter Fleischmanns Spielfilmdebut.
Als der zwanzigjährige homosexuelle Abram in sein Heimatdorf zurückkehrt, hänseln ihn die Bauern, die eigene Mutter nennt ihn "Drecksau", es entwickelt sich eine pogromartige Stimmung. Lange versuchte er, den bösartigen Spott seiner Mitbürger zu überhören. Die als "Hure" verschriene Hannelore ist der einzige Mensch, der ihm Verständnis und Zuwendung entgegenbringt. Derweil steigern sich die Vorurteile der Dorfbewohner zu blankem Hass. Als sich herumspricht, dass Hannelore von Abram schwanger ist, eskaliert die Situation.
Die Geschichte eines Dorfes, das sich zu einer Hetzjagd auf einen jungen schwulen Mechaniker hinreißen lässt. Es war eines der ersten Stücke, das sich ernsthaft mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte und mit den daraus resultierenden Verwerfungen in einer bigotten Dorfgemeinschaft.

“So, what do you do, Raymond?” – “I... shoot people for money."
Nach einem schief gelaufenen ersten Auftrag im Profikiller-Business, wird Ray nach Brügge in den Zwangsurlaub geschickt. Sein Ausbilder und langjährig erfahrener Hase in der Mordbranche, Ken, findet jedoch schnell Gefallen an all der Kultur, der Beschaulichkeit und der Chance zur inneren Einkehr, die ihm Brügge verheißt. In Erwartung auf die nächsten Anweisungen ihres Bosses verharren die beiden im gemeinsamen Hotelzimmer und gehen sich schnell gehörig auf die Nerven…
In seinem ersten Spielfilm zeigt Martin McDonagh schnell seinen humorvoll makaberen Stil, der sich in seinen kommenden Werken zuspitzen soll. Neben ausgefallenen Dialogen, die perfekt Humor mit absurden philosophischen Gedanken verstricken, versteht er es zudem außerordentlich komplexe Charaktere zu etablieren. Diese tragen nicht nur äußere, sondern auch innere Kämpfe aus und verleihen dem Film so eine Tiefe, die weit über bloßen Unterhaltungswert hinausgeht.

Ein drogenabhängiger und von seiner Wettleidenschaft gefesselter New Yorker Polizeioffizier erfährt in der Begegnung mit einer vergewaltigten Nonne eine neue Dimension der Spiritualität und am Ende in der Vision des vom Kreuz herabgestiegenen Christus Erlösung. Unerbittlich hart in der Charakterstudie eines Menschen im existentiellen Chaos, der in ungewohnter Weise eine extreme Spannung zwischen dem Blick in die Abgründe des Hässlichen und Gemeinen und der Reinheit des Spirituellen auszuhalten versucht. Der Regisseur mutet dem Zuschauer eine Erfahrung zu, die nicht so schnell abzuschütteln ist: Der Film ist bei aller Härte eine im Kino ungewöhnliche Behandlung der Frage nach der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen.

Clarice Starling, Auszubildende beim FBI, bekommt von einem ihrer Lehrer den Auftrag, sich im Gefängnis mit Dr. Hannibal Lecter, einem Massenmörder und Psychiater, zu befassen. Durch ihre Unbefangenheit hoffen sie, daß Lecter ihnen bei der Suche nach einem anderen Serienkiller hilft, aber es ist nicht leicht, an Lecter heranzukommen.

Irgendwo in der Tundra, im Niemandsland, haust die schlechteste Rock ‘n’ Roll-Band der Welt, perfekt gestylt, doch ohne Publikum und ohne die geringste Chance auf kommerziellen Erfolg: die Leningrad Cowboys. Sie beschließen, ihren Nationalstolz zu begraben und in die Vereinigten Staaten zu gehen, wo die Leute “jeden Mist fressen”. Dieser Film erzählt die Geschichte ihrer Reise über den Ozean und durch den Kontinent, eine Geschichte von verrufenen Kneipen und anständigen Leuten im Hinterhof der Hamburger-Nation.

In der Zukunft gibt es nur noch ein wichtiges Sportereignis: Ein mörderisches Rennen quer durch die USA, bei dem der Fahrer gewinnt, der die meisten Fußgänger überfährt. Die beiden Favoriten sind der mysteriöse Frankenstein und sein größter Widersacher, der impulsive Machine Gun Joe Viterbo . Während das Rennen die ersten Opfer fordert, formiert sich eine Widerstandsgruppe gegen die blutige Veranstaltung. Sie lauern den Fahrern auf und führen sie in tödliche Fallen. Der Wettstreit wird zu einem gnadenlosen Kampf, denn bald werden die Saboteure in den eigenen Reihen vermutet.

Es passiert auf den ersten Blick nicht allzu viel in „Stranger Than Paradise“. Willie Molnar (John Lurie) ist ein New Yorker Hipster mit ungarischen Wurzeln, den wir drei Episoden lang durch seinen Alltag begleiten. Zunächst bekommt Willie Besuch von seiner ungarischen Cousine Eva, die zehn Tage bei ihm wohnt, bis ihre Tante Lotte aus dem Krankenhaus entlassen wird. Zunächst genervt von dem ungebetenen Gast, öffnet sich Willie doch allmählich – und verlässt schließlich, in den beiden folgenden Episoden, gar sein geliebtes New York, um Eva zu sehen. Und den Lake Erie, obwohl es da dann gar nicht so viel zu sehen gibt … „Stranger Than Paradise“ ist Jim Jarmuschs zweiter Kinofilm und markiert einen Durchbruch nicht nur in der Karriere des Regisseurs, sondern für die internationale Sichtbarkeit des mikrobudgetierten US-Independentkinos überhaupt. Außerdem steckt er voller zauberhaft lakonischer Momente, in denen entweder nichts passiert – oder aber das ganze Leben.

William Blake (Johnny Depp) trägt zwar den Namen des berühmten amerikanischen Dichters, ist aber auch ein Doppelgänger von K., dem (beinahe) namenlosen Protagonisten aus Kafkas „Schloss“. Wie dieser kommt er in der Fremde an, um eine Stelle anzutreten – nicht als Landvermesser, sondern als Buchhalter, in dem heruntergekommenen Städtchen „Machine“ – der letzten Station am Ende der Bahnstrecke und der vermessenen Welt. Doch die Stelle ist bereits vergeben, und nach einem Stelldichein mit einer Prostituierten und einer blutigen Konfrontation mit deren eifersüchtigem Liebhaber findet sich Blake schwer verwundet und auf der Flucht wieder. Gemeinsam mit dem belesenen Indianer Nobody tritt Blake eine psychedelische Reise an, die ihn nicht nur an den Rand des Jenseits, sondern auch tief in den amerikanischen Mythos hineinführt.

Weißrußland, 1943. Der 14jährige Fljora schließt sich gegen den Protest seiner Mutter den Partisanen an. Für ihn ist der Krieg noch ein Kinderspiel. Als es in den Kampf geht, darf er nicht mit an die Front. Fljora soll statt dessen mit Alten und Kindern ein Reservelager einrichten. Der Junge fühlt sich alleingelassen. In den Wäldern trifft er auf das Mädchen Glascha, die Geliebte des Partisanenführers. Fljora versucht sie zu trösten, als die Hölle über beide hereinbricht: Sie sind in einen Angriff der deutschen Wehrmacht geraten! Nur knapp können die beiden dem Tod entrinnen. Aber die Schrecken haben noch kein Ende…

Der Regisseur Fritz Lang dreht für den Produzenten Jeremy Prokosch einen Film über den griechischen Helden Odysseus. Paul Javal, ein junger Autor, wird engagiert, um das Drehbuch umzuschreiben. Nach einer ersten Besprechung lädt Prokosch Javal und dessen Frau Camille in seine Villa ein. Prokosch ist an Camille sehr interessiert und lässt nichts unversucht, um sie nach Hause zu fahren. Ihr Mann Paul hat nichts dagegen, im Gegenteil: Er besteht darauf, dass Camille Prokoschs Angebot annimmt. Camille ist überzeugt, dass Paul nur seine Karriere im Kopf hat und sie deshalb mit Prokosch verkuppeln will. Sie schreibt an Paul einen Brief, in dem sie ihre Verachtung für sein Handeln unmissverständlich darlegt. Doch zu einer Aussprache soll es nicht mehr kommen.

London im Sommer 1977. Während sich die Stadt gerade auf die Feierlichkeiten zum silbernen Thronjubiläum der Queen vorbereitet, basteln die schwulen Soul Boys und Piraten-DJs Chris und Caz an ihrem Radioprogramm, das sie von einer Garage heraus senden. Tagsüber müssen sie sich mit Skinheads herumschlagen, abends gehen sie mit Chris’ Schwester in die angesagten Clubs tanzen. Doch als ein Freund beim Cruisen im Park ermordet wird, drohen die sozialen Spannungen im Viertel überzukochen.