
Zwei Filme, die im Abstand weniger Monate 1931 erschienen und gemeinsam das Genre "Horror" als eigenständige, kommerziell tragfähige Studio-Marke begründeten. Bela Lugosis hypnotischer Graf und Boris Karloffs tragische Kreatur wurden zu den ersten beiden Ikonen des Universal-Horrorfilms und lieferten die Vorlage für Jack Pierces Make-up-Design, das die Genreästhetik der 30er Jahre prägte. Gegen den Widerstand von Carl Laemmle Sr. von seinem Sohn durchgesetzt, bewiesen beide Filme inmitten der Weltwirtschaftskrise, dass Horror ein Massenpublikum finden kann; der eigentliche Gründungsmoment des Studio-Genres.
Der transsilvanische Graf Dracula terrorisiert als Vampir die feine Gesellschaft Londons. Bela Lugosis Bühnenrolle, mit charakteristischem ungarischem Akzent und hypnotischem Blick, prägte das Bild des Filmvampirs bis heute. Der finanzielle Überraschungserfolg mitten in der Weltwirtschaftskrise war der eigentliche Auslöser dafür, dass Universal Horror systematisch als Studio-Markenzeichen weiterverfolgte.
Ein Wissenschaftler erschafft aus Leichenteilen ein Wesen, das er nicht kontrollieren kann und das an seiner eigenen Monstrosität zugrunde geht. Boris Karloff, bis dahin ein Nobody, verdankt der Rolle seinen Durchbruch. Make-up-Designer Jack Pierce entwickelte die noch heute ikonische Silhouette mit flachem Schädel und Halselektroden eigens für ihn. James Whale, selbst Theaterregisseur, inszenierte die Kreatur weniger als reines Monster denn als tragische, kindlich-verlorene Figur. Gegen den Willen von Carl Laemmle Sr. von dessen Sohn durchgesetzt, wurde der Film zum zweiten Beweis, dass Horror bei Universal ein eigenes, profitables Genre ist.
