
Zwei Paare in einem abgelegenen Haus bei Stockholm, unter ihnen ein intellektueller Strippenzieher und Manipulator: Was als sommerliches Arrangement beginnt, entwickelt sich zu einem präzise komponierten Spiel aus Verführung, Abhängigkeit und Rollentausch. Zwischen kühler Analyse und ironischer Brechung bleibt offen, ob es sich um ein Drama oder eine schwarze Komödie handelt.
Mit Duett för kannibalen gab Susan Sontag ihr Regiedebüt. Die leidenschaftliche Cineastin erhielt in Schweden weitgehende künstlerische Freiheit. Gedreht wurde auf Schwedisch, einer Sprache, die sie selbst nicht sprach: Ein Jahr zuvor hatte sie bereits notiert: „Film über Sprache drehen – jede Person im Film spricht ihre eigene Sprache.“ Musikalisch rahmen Motive aus Richard Wagners Tristan und Isolde das Geschehen und markieren mögliche Momente von Verschmelzung und Selbstverlust. Für Sontag ermöglichte die Filmpraxis eine deutliche Erweiterung auch ihres filmtheoretischen Denkens.