
Frank ist ein professioneller Juwelendieb, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er sehnt sich nach Stabilität, Liebe und einer gemeinsamen Zukunft mit Jessie, doch die Welt, in der er lebt, macht einen sauberen Ausstieg nahezu unmöglich. Als sich die lukrative Gelegenheit für einen letzten großen Coup bietet, wird Frank tiefer in eine gewalttätige Unterwelt hineingezogen, die die Grenzen seiner Disziplin und Entschlossenheit auf die Probe stellt. Michael Mann entwickelte Thief während der Arbeit an seinem Fernsehdebüt The Jericho Mile, das er im Folsom-Gefängnis drehte. Diese unmittelbare Erfahrung mit dem institutionellen Alltag prägt den obsessiven Realismus des Films maßgeblich. Thief etabliert Themen und stilistische Signaturen, zu denen Mann im Laufe seiner Karriere immer wieder zurückkehren sollte. Frank ist ein früher Prototyp jener Männer, die Manns Kino prägen – von Neil McCauley in Heat bis zu Vincent in Collateral –, Figuren, die sich an persönliche Kodizes halten statt an herkömmliche moralische Maßstäbe. Zugleich führt der Film Manns unverwechselbaren visuellen Stil ein, geprägt von regennassen Stadtlandschaften, neonbeleuchteten Nächten und einer präzisen Aufmerksamkeit für Abläufe und Prozesse. In Thief kündigt sich bereits die Handschrift eines Filmemachers mit einer singulären und nachhaltigen Vision an.