Das Programm im Sommersemester ist da!

Aller Anfang trägt ein Versprechen in sich: den Zauber des Unbekannten, die Energie des ersten Mals und die leise Ahnung, dass hier etwas Größeres entstehen könnte. In unserem Sommersenesterprogramm widmen wir uns genau diesem Moment – dem Debüt, dem Aufbruch, dem ersten mutigen Schritt ins Licht der Leinwand.

Am 4. April 2016 luden wir zur ersten analogen Vorstellung im Blauen Salon ein: „City Lights“ auf 35mm. Was dieser Abend auslösen würde, ahnten wir nicht. Der Weg dorthin roch nach Orangenreiniger, Geduld und Improvisation: Der über fünfzig Jahre alte Bauer B-14-Projektor wurde Zentimeter für Zentimeter poliert, neu verkabelt und ohne Anleitung zum Leben erweckt. Als er endlich lief, war unsere Freude überwältigend.

Zum zehnjährigen Jubiläum greifen wir nun diesen Zauber, der dem Anfang innewohnt, im Programm auf. Die Auswahl war nicht leicht; umso bewusster zeigen wir auch Perspektiven jenseits des männlich dominierten US-Kinos und feiern so die Kraft und Vielfalt filmischer Aufbrüche.

Denn auch zehn Jahre später ist jede 35mm-Vorführung noch immer ein besonderes Ereignis – eines, das wir mit dem Blick auf die Anfänge neu entdecken und gemeinsam feiern möchten.

Mit „Aller Anfang ist schön!“ richten wir unseren Blick auf das Regiedebüt. Mehr als nur ein erster Film ist das Debüt ein Aufbruch, in dem sich eine neue Stimme zum ersten Mal Gehör verschafft und der eigene Blick auf die Welt Gestalt auf der Leinwand annimmt. Es entsteht im Spannungsfeld von Erwartung und Experiment, Risiko und Resonanz. Es kann als Auftakt eines großen Talents gefeiert werden oder erst im Rückblick seine volle Bedeutung entfalten. Es kann ein erster Schritt einer langen Filmografie sein oder als singuläre Explosion kreativer Energie verbleiben. Und es trägt stets das Potenzial in sich, Filmgeschichte neu zu schreiben.

In diesen ungeschliffenen Diamanten zeigt sich das Kino am lebendigsten: mal kühn, mal tastend – und mit der unvergleichlichen Kraft, uns den Blick auf etwas Neues zu öffnen.

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P.S. Danke an Jana Renger und Chiara Kern für die grafische Gestaltung!