
In seiner “Beobachtung” Disappointment Arrangement fühlt Jason King einem Blumenstrauß auf den Zahn. Entstanden im Seminar Beobachtungen, ohne Ton und auf 16mm Material gedreht, wird ein Stillleben szenisch betrachtet. Rosen sind Rot, Veilchen sind Blau…
Seit 2009 entstanden an der HfG die sogenannten “Beobachtungen”. Professor Thomas Heise führte diese Übung ein, bei der zwei formale Vorgaben die Filme prägten: Jeder und jede bekam eine Rolle 16mm-Film (ca. 11 Minuten) zugewiesen und musste etwas beobachten. Es wurde kein Ton aufgenommen und die Filme wurden per Hand im Chemie-Eimer entwickelt (mit Schutzhandschuhen).

Dieses Frühwerk der HfG-Filmgeschichte, bei dem selbst von den Filmemacherinnen nur die Vornamen übrig geblieben sind, zeigt uns einen sehr persönlichen Umgang mit 14 Klassikern der Filmgeschichte.
Die HfG DVD-Edition Animata (2015), die sich der Publikation von HfG-Animationsfilmen gewidmet hat, hat unter anderem auch diesen kleinen aber feinen Trickfilm aus den 90er Jahren wiederentdeckt. Analog mit 16mm Material am Trickfilm-Tisch produziert, geben uns die Studentinnen “Julia und Patricia” ihre ganz eigene Sicht auf die Filmgeschichte. Falls jemand sich erinnern kann, wie die Filmemacherinnen mit vollem Namen heißen, freuen wir uns, ihnen diese letzte Ehre noch zu erweisen.

Spielerisches Portrait einer jungen Frau.
Dieses Portrait von HfG Alumnus David Loscher behält von Thomas Heises dogmatischem Entwurf nur noch einen Punkt: Das 16mm Material- gefilmt und anschliessend im Eimer entwickelt. Ansonsten hält sich Loscher an seine eigenen Regeln. Anklänge an die Protagonist*innen der Godards und Truffauts und eine Absage an das dokumentarische Format. Hier wird portraitiert, nicht dokumentiert.

Weihnachtsfeier der HfG 2017: Die Fünf Flötis und ihre Flotten Flöten geben an einem bis heute unvergessenen Abend im Dezember eines ihrer schönsten Konzerte. Frohes Fest!
Philip Lawall, Anja Ruschival, Valentin Pfister, Leonie Ohlow und Lena Loy flöten was das Zeug hält. Mit in ihrem Repertoire: “Tochter Zion”, “Was soll das bedeuten” und vor allem ihr Hit “Last Christmas”. Die Flötis starteten ihre Karriere übrigens bereits auf der HfG-Weihnachtsfeier im Vorjahr und machten seither die Karlsruher Weihnachtsmärkte unsicher. 2017 wurden an der HfG Karlsruhe extra Haushaltssperren verhängt, um die Flötis, die mittlerweile sehr teuer geworden waren, noch einmal für die Weihnachtsfeier zu engagieren.

Wir erinnern uns an die HfG Wochenschau! Diese informativen Kurzberichte wurden vom Kino-Team im Wintersemester 2017/18 wöchentlich produziert und vor den Vorstellungen im Blauen Salon gezeigt. Wir zeigen hier exklusiv nochmal die erste Wochenschau aus der Kalenderwoche 4, 2018. Eine Woche HfG – eine Woche totaler Wahnsinn!
Im Herbst 2017 entdeckte das Kino-Team der HfG im Keller eines Kinos hunderte von historischen deutschen Wochenschauen. Beim Sichten dieses Formates, das die Zuschauer weltweit und bis in die 80er vor Kinofilmen über das aktuelle Wochengeschehen informierte, wurde klar, dass die HfG sofort ihre eigene Wochenschau brauchte. So wurde wöchentlich alles dokumentiert, was im Haus passierte und täglich vor den Filmen im Blauen Salon präsentiert.

Jetzt gehts weiter mit dem zweiten Teil der HfG Wochenschau! In der fünten Kalenderwoche 2018 werden Mitarbeitende vorgestellt, Witze erzählt, Spuren gelesen und Dings, äh… Storyboards! bearbeitet. Sehr informativ, wie immer.
Im Herbst 2017 entdeckte das Kino-Team der HfG im Keller eines Kinos hunderte von historischen deutschen Wochenschauen. Beim Sichten dieses Formates, das die Zuschauer weltweit und bis in die 80er vor Kinofilmen über das aktuelle Wochengeschehen informierte, wurde klar, dass die HfG sofort ihre eigene Wochenschau brauchte. So wurde wöchentlich alles dokumentiert, was im Haus passierte und täglich vor den Filmen im Blauen Salon präsentiert.

In der dritten und letzten Folge der Kult-Wochenschau werden die ganz großen Fragen geklärt: Wofür steht eigentlich KD? Wie benutzt man einen Hammer? Und: Welche Partys sind besser, die der Kunstakademie oder der HfG? Tune in and find out!
Außerdem wird die neue – nun geschiedene – Kanzlerin Christiane Linsel vorgestellt!
Im Herbst 2017 entdeckte das Kino-Team der HfG im Keller eines Kinos hunderte von historischen deutschen Wochenschauen. Beim Sichten dieses Formates, das die Zuschauer weltweit und bis in die 80er vor Kinofilmen über das aktuelle Wochengeschehen informierte, wurde klar, dass die HfG sofort ihre eigene Wochenschau brauchte. So wurde wöchentlich alles dokumentiert, was im Haus passierte und täglich vor den Filmen im Blauen Salon präsentiert.

Christian Haardt webt aus uraltem HfG-Archivmaterial eine neue Geschichte, die wie ein Traum vorbeiflackert – Pure Imagination!
Wusstet ihr schon: Christian Haardts Vordiplom war eigentlich gar nicht als Film gedacht – sondern als Installation! Auf dem Schneidetisch lief das Filmmaterial: ein aus im Filmarchiv gefunden Kopien von Arbeiten Studierender zusammengeschnittener Experimentalfilm, der verschiedenste Geschichten verwebt zu einer universellen Geschichte. Wir dürfen den Film zum ersten Mal als Film zeigen. Danke dafür!

Hände tauschen Scheine gegen Plastik. Spiel ist ein 3D-Dokumentarfilm über das Geschäft mit dem Glück. In atmosphärischen Bildern beobachtet er den Betrieb der Spielbank Baden-Baden.
In Bastian Epples Film passiert etwas sehr Interessantes: Die dokumentarischen Bilder, die den Spielbetrieb eines Casinos begleiten, entgleiten zusehends in eine atmosphärische Geschichte von Menschen, Maschinen und Bewegungen. Der Film pendelt zwischen Realität und Fiktion, die Bewegungen dieses Pendels werden immer größer und verschwimmen letztlich.

Was wäre wenn die Blume jene Erde unter sich verabscheuen würde? Ein Gedicht wird zur Frage und fordert zum Gespräch auf – Eine erstaunlich tiefgründig endende Aktion…
Sarah Thöles Film feierte beim 4. Internationalen Zebra Poetry Film Festival 2008 in Berlin Premiere. Das kurze Gedicht des Iraner Künstlers Shooresh Fezonis wird erst zur Frage und dann zur Einladung Nachzudenken über Menschliches, Allzumenschliches. Im Naturgarten Thöle hören wir das Philosophieren der Kundinnen und Kunden während die Bilder die Blume und ihre Erde zeigen.

Die krasseste HfG-Party aller Zeiten, so geht die Legende, wurde zufällig in einem 40-minütigen Homevideo eines unbekannten Hobbyfilmers 1996 für die Nachwelt festgehalten. Die VHS wurde jedoch in einem VHS-Player vergessen und als dieser auf den Dachboden wanderte, war alle Hoffnung verloren, sie je wieder zu finden und nach und nach geriet das Video in Vergessenheit. Fast 30 Jahre später stolperte der Medienkunst-Student Pavel Pudnik über einen Karton mit ausrangierter Technik und fand darin einen VHS-Player. Als er das Gerät anschloss, konnte er seinen Augen nicht glauben, was er sah war das verschollene Video, was er dort sah, war wohl die krasseste Party aller Zeiten!

Bei der Skateboard-Weltmeisterschaft 1989 in Münster treffen über 250 Skater – darunter Legenden wie Tony Hawk und Lance Mountain – aufeinander, um den Titel "Champion of the World" zu erringen. Mit atemberaubenden Tricks und waghalsigen Sprüngen feiern sie den neu gebauten Pool. Ein packendes Zeitdokument der Szene, das 1991 auf der Berlinale lief.

Ich darf die Vorstellung von The Simpsons Movie im Kino im Blauen Salon nicht verpassen /
Ich darf die Vorstellung von The Simpsons Movie im Kino im Blauen Salon nicht verpassen /
Ich darf die….
Genau richtig! Simpsons – der Film auf 35mm. Ein sehr besonderes Ereignis, auch für uns. Während der nervenaufreibenden Programmsitzung für dieses Sommersemester, zwischen aller Ernsthaftigkeit und Poesie, stießen wir, bei einem Blick ins eigene Kopienarchiv, auf das oben genannte Monument der Zeichentrickfilmgeschichte und einigten uns ziemlich schnell darauf, dass diese Kopie auf jeden Fall verdient hätte, mal wieder das Projektorlicht zu erblicken. Außerhalb jeder Reihe und jedes Rahmens.
Es ist nicht gut bestellt um den Umweltschutz in Springfield, als Homer im See vor den Stadttoren das Fass buchstäblich zum Überlaufen bringt. Als daraufhin US-Präsident Schwarzenegger drastische Massnahmen ergreift und über die verseuchte Stadt eine riesige Glasglocke stülpen lässt, ist Homer der Wut seiner Mitmenschen ausgesetzt. Springfields Einwohner formieren sich zum Mob und haben nur ein Ziel: Homer zu lynchen.

What Time Is It There beginnt mit einer wundersamen Begegnung: Die Chinesin Shiang-chyi will nach Paris und sucht eine Armbanduhr mit zwei verschiedenen Zifferblättern, die ihr die Zeit von zu Hause angibt. Genau eine solche Uhr trägt der junge Strassenverkäufer Hsiao Kang (Lee Kang-sheng). Zwar will er seine Uhr vorerst nicht verkaufen, doch sind seine Gedanken an Shiang-chyi schliesslich so intensiv, dass er beginnt, alle Uhren in Taipeh auf Pariser Zeit umzustellen, um ihr näher zu sein. Auch Shiang-chyi in Paris erlebt sonderliche Dinge in diesem stillen Filmgedicht über die Zeit, die Gegenwart und die Absenz. Über die Montage von «Taipeh» und «Paris» entsteht in filmischen Berührungen über die geografische Distanz der feine Humor dieses Meisterwerks. Die beiden Hauptfiguren sind zudem durch einen je eigenen Verweis auf Truffauts Les quatre cents coups (1959) miteinander verbunden. Ein Film, der auf sonderbare stille Weise von einer weltumspannenden Harmonie kündet (Walter Ruggle).

„Orlando, der Held, wird von den Tagen Elizabeths im 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart leben und auf halbem Wege eine Frau werden.“ So fasste Virginia Woolf den Inhalt ihres Meisterwerks zusammen. Als die britische Autorin 1928 Orlando herausbrachte, war sie in leidenschaftlicher Liebe zu Vita Sackville-West entbrannt. Der aus einer alten Adelsfamilie stammenden Gartengestalterin und Schriftstellerin widmete Woolf Orlando und schrieb: „Ich habe all diese Monate in Dir gelebt – wenn ich rauskomme, wie bist Du dann wirklich? Habe ich Dich erfunden?“1992 verfilmte Sally Potter das Buch mit einem Staraufgebot als schwelgerisches Kostümdrama. Tilda Swinton brilliert darin als androgyner Orlando, Quentin Crisp, die britische Ikone der frühen schwulen Emanzipation, spielt in einer Paraderolle Elizabeth I. und Jimmy Somerville („Don’t Leave Me This Way“) hat mit seiner Falsettstimme einen buchstäblich engelhaften Auftritt. Mit so viel leichtfüßiger Ironie und poetischem Charme hat noch kaum ein Film den Genderdiskurs auf die Leinwand gebracht.

Ein junger Mann verkauft Raubkopien von Film-CDs und führt ein bescheidenes und unprätentiöses Leben. Er teilt sich ein Zimmer mit seinen Bauarbeiterkollegen. Bis zu dem Tag, als ihn eine unbekannte Passagierin der Fähre nach einem japanischen Film fragt, von dem er noch nie gehört hat. Während er auf d, aber auf die Passagierin wartet, entwickelt er langsam eine leidenschaftliche Zuneigung, die parallel zu der Geranie wächst, die er aus einem Blatt wachsen lässt. Eines Tages sieht er die Passagierin in einem Café, kann sich ihr aber nicht nähern, um mit ihr zu sprechen. Sein Warten verwandelt sich in eine andere Dimension, in der die Passagierin keine Bedeutung mehr hat. Der Film zeigt nicht nur diese leidenschaftliche Geschichte des jungen CD-Verkäufers, sondern auch eine Ballade auf ein verschwindendes Filmmedium und seine Macher, eine Medienarchäologie der zeitgenössischen Filmkultur in Istanbul.

In dieser pechschwarzen Mockumentary begleitet ein Kamerateam den charismatischen Serienkiller Ben, der mit der Lässigkeit eines Nachbarsjungen und der Eloquenz eines Literaturprofessors Menschen um die Ecke bringt. Ganz nebenbei gibt er Tipps zum Gewicht von Leichen, Wohnkultur und wie man die Post effizienter austrägt – wortwörtlich. Mit bissigem Humor und gnadenloser Satire hinterlässt der Film Spuren, die man nicht so schnell abschüttelt. Unter der Regie von Rémy Belvaux wird Mann beißt Hund zu zynischem Spaß, bitterböser Gesellschaftskritik und einer absurden Studie über die Faszination des Bösen. Er zeigt, wie leicht wir Gewalt konsumieren, solange sie gut inszeniert ist. Bei seiner Veröffentlichung schockierte der Film das Publikum – heute gilt er als Kultklassiker, der Fragen stellt, die man sich vielleicht lieber nicht beantworten möchte.

»Workin’ 9 to 5, what a way to make a livin’ / Barely getting’ by, it’s all takin’ and no givin’/| They just use your mind / And you never get the credit / It’s enough to drive you crazy if you let it«. Dolly Partons Hymne aller ausgebeuteten Büroangestellten aus der gleichnamigen 80er-Jahre-Kult-Komödie bringt es auf den Punkt: Sie nutzen dich nur aus, geben dir keine Wertschätzung und treiben dich in den Wahnsinn, wenn du dich nicht wehrst. Jane Fonda, Lily Tomlin und Dolly Parton vereinen sich in einem Komplott gegen ihren misogynen Chef – fest entschlossen, die Arbeitsbedingungen für die Frauen zu verbessern, die den Betrieb in ihrer männerdominierten Firma am Laufen halten. Sie träumen von Rache – bis Fantasie und Realität aufeinanderprallen und das Chaos seinen irrwitzigen Lauf nimmt. Mit einem messerscharfen Drehbuch von Patricia Resnick und einem glänzend aufgelegten Ensemble avancierte der Film in den USA schnell zum Kultfilm und hat in den 45 Jahren seit seiner Premiere eine Sitcom, ein Musical und zahllose Drag-Performances inspiriert.

Wer kennt Sie nicht: Pippi Langstrumpf, das stärkste Mädchen der Welt, mit den roten Zöpfen, dem breiten Grinsen und ihren Gefährten Herr Nilsson und Kleiner Onkel. Zusammen mit Pippis Freunden Annika und Tommy erleben sie einen wild-verrückten Sommer. Als Pippi in das Dorf zieht, scheint sofort alles auf den Kopf gestellt zu werden. Natürlich gibt es jede Menge Ärger mit Erwachsenen, die den kleinen Wildfang nicht so recht in ihrer geordneten Welt sehen wollen. Aber die Ordnung der Erwachsenen und die Regeln, die sie sich ausgedacht haben, werden von Pippi einfach über den Haufen geworfen! Vom Polizeialarm bis hin zu einem heiteren Banküberfall – nichts läuft nach Plan, und genau das macht diesen Film zu einem großartigen Vergnügen für Jung und Alt. Pippi außer Rand und Band ist pure Lebensfreude, ein Feuerwerk aus Humor und unkonventionellen Ideen, das einen lachend in die verrückte Welt von Pippi eintauchen lässt.

Der total filmmaker Godard ist in seinem exzessiven Eklektizismus alles – also auch Lacanianer, Analytiker der Liebe mit Sinn für Spiegelung und Verknotungen, die in seinem System wieder auf Anderes, Größeres verweisen. NOUVELLE VAGUE ist dem anspielungsreichen Filmtitel zum Trotz nicht Rekapitulation der jüngeren Filmgeschichte (mit dem passiv-aggressiven Alain Delon in der Hauptrolle), sondern Erzählung von der Vertreibung aus dem Paradies und der Wiederkehr des Heilands, von Mann und Frau, von Tristan und Isolde, von Reinkarnationen von Worten und Bildern, die sich unter den Schichten des Gedankengeflechtes verbergen. Acta est fabula.