Yentl

Regie: Barbra Streisand | USA 1983 | 132 min | DCP | Originalfassung | mit Barbra Streisand, Mandy Patinkin, Amy Irving

Barbra Streisand in Doppelbesetzung: als Regisseurin und als Hauptdarstellerin. In einem intimen Liebesdrama, das eine große, musikalische Sehnsucht nach Wissen, Freiheit und Selbstbestimmung erschafft. Osteuropa, 1904: Yentl lebt in einer Welt, in der das Talmud-Studium allein Männern vorbehalten ist. Nach dem Tod ihres Vaters verändert sie ihr Aussehen, und gibt sich als der männlich gelesene Anshel aus, um sich Zugang zu einer Religionsschule zu verschaffen. Der Trick funktioniert: Sie wird zum Vorzeigestudenten und betritt Räume, die ihr als Frau vorher verschlossen waren. Dort gerät sie in ein Geflecht aus Nähe, Begehren und Loyalität, das ihre Tarnung jederzeit auffliegen lassen kann. Es entsteht ein Dreieck des Gefühlschaos. Die Musik nimmt eine zentrale Rolle ein und wird mehr als nur ein Kommentar. Die inneren Monologe kommentieren nicht nur, sie unterstützen Zuschauer*innen dabei, Yentl zu verstehen, und lassen Zweifel, Hoffnung und Mut hörbar werden. Streisand inszeniert so einen Film, der sowohl sensibel als auch laut ist.