Der letzte Mann

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau | Deutschland 1924 | 90 min | 35mm 20fps | stumm | mit Emil Jannings, Maly Delschaft, Max Hiller

Da steht er, der imposante Portier des Hotel Atlantic, des ersten Hauses am Platze. Die prächtige Uniform mit ihren goldenen Knöpfen ist sein ganzer Stolz. Wenn er in ihr in das ärmliche Viertel, das er bewohnt, zurückkehrt, betrachten ihn die Nachbarn mit Hochachtung. Doch als die Hotelleitung den Portier aus Altersgründen ausmustert und zum Toilettendienst versetzt, verliert er die Uniform und seine Würde. Er ist ein gebrochener Mann. Eine Paraderolle für Emil Jannings in einem der schönsten Werke der Stummfilmzeit. Hinter Der letzte Mann steckt ein kreatives Team des Weimarer Kinos: Drehbuchautor und „Filmdichter“ Carl Mayer, der bildgewaltige Regisseur F. W. Murnau und der erfindungsreiche Kameramann Karl Freund. Die Dreharbeiten dauerten 180 Tage. Die Bildsprache erzählt die Handlung bis zum typisch-tragischen Mayer-Ende so perfekt, dass der ganze Film ohne Zwischentitel auskommt. Jedoch zwang die Ufa Murnau, ein Happy End anzuhängen, das durch einen einzigen ironischen Titel angekündigt wird: So wie das Leben leider nicht spielt, kann ein Film dann eben doch enden.

Leihgabe der Filmkopie mit freundlicher Unterstützung der Murnau Stiftung.