
Ein mittelloser Vagabund in der Großstadt verliebt sich in eine blinde Blumenverkäuferin und tut alles, um ihr zu helfen. Slapstick, stille Alltagsbeobachtungen und zarte Momente wechseln sich ab, ohne dass ein einziges Wort gesprochen wird. Die Bilder erzählen, die Musik kommentiert. Eine Sprache, die jeder versteht. Chaplin arbeitete viele Jahre an diesem Film, lange nachdem der Tonfilm den Markt erobert hatte. Er hielt bewusst am Stummfilmformat fest und erweiterte es um Geräuscheffekte und Musik, die er selbst komponierte. Die Produktion war aufwendig; Chaplin feilte immer wieder an Timing, Komik und Tiefe, um die perfekte Balance zu finden. Die Kombination aus choreografierter, körperlicher Komik und emotionaler Tiefe, der Wechsel zwischen Lachen und Ernst, macht deutlich, wie sehr Chaplins Werk auf nonverbaler Kommunikation, rhythmischer Bewegung und der Kunst der Pantomime beruht. Qualitäten, die bis heute inspirieren! Zwar kein Debut, aber unser erster Film, den wir im Blauen Salon gezeigt haben, markiert unser zehnjähriges Jubiläum!

1992 wurde die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in Grünwinkel eröffnet. Der spätere HfG-Professor Stephan Krass war für den SWR mit dabei. Als Krass 1992 für das Kulturmagazin Bizz eine Kurzreportage über die Eröffnung der HfG drehte, konnte er vermutlich noch nicht wissen, dass er einige Jahre später an der selben Hochschule – mittlerweile umgezogen in das ehemalige Fabrikgebäude der IWKA – selbst unterrichten würde.
