Jagdszenen aus Niederbayern

Regie: Peter Fleischmann | Deutschland 1969 | 82 min | 35mm | Deutsche Originalfassung | mit Martin Sperr, Angela Winkler, Else Quecke

"Am liebsten würde ich das ganze Kino mit dieser Schweinerei in die Luft fliegen lassen!" Finstere Drohungen wie diese waren im Frühjahr 1969 in den Leserbriefspalten der Landshuter Zeitung zuhauf zu lesen. Den Grund dafür lieferte Peter Fleischmanns Spielfilmdebut. Als der zwanzigjährige homosexuelle Abram in sein Heimatdorf zurückkehrt, hänseln ihn die Bauern, die eigene Mutter nennt ihn "Drecksau", es entwickelt sich eine pogromartige Stimmung. Lange versuchte er, den bösartigen Spott seiner Mitbürger zu überhören. Die als "Hure" verschriene Hannelore ist der einzige Mensch, der ihm Verständnis und Zuwendung entgegenbringt. Derweil steigern sich die Vorurteile der Dorfbewohner zu blankem Hass. Als sich herumspricht, dass Hannelore von Abram schwanger ist, eskaliert die Situation. Die Geschichte eines Dorfes, das sich zu einer Hetzjagd auf einen jungen schwulen Mechaniker hinreißen lässt. Es war eines der ersten Stücke, das sich ernsthaft mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzte und mit den daraus resultierenden Verwerfungen in einer bigotten Dorfgemeinschaft.

Filmkopie aus der Sammlung des Kino im Blauen Salon (HfG KA)
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